Autor: Lisa Kunz,

Motoren - Tipps bei dem Kauf eines E-Bikes

E-Bike Motor

Das Herzstück jedes E-Bikes ist der Motor, er unterstützt die Tret-Performance des Fahrers und erleichtert so das Fahren. Je nach Einsatzzweck kommen unterschiedliche Motortypen und Leistungsklassen zum Einsatz. 

Leistungsklassen: 

  • Pedelec

Ein übliches E-Bike ist auf 25 km/h begrenzt und hat maximal 250 Watt Dauerleistung. Es unterstützt nur, wenn auch pedaliert wird. Diese Konfiguration nennt sich im Fachjargon "Pedelec" und ist gesetzlich festgeschrieben. Nur diese E-Bikes dürfen auch auf Radwegen gefahren werden. 

  • S-Pedelec

Darüber hinaus gibt es auch S-Pedelecs, sprich E-Bikes, die bis zu 45 km/h unterstützen und eine Leistung von bis zu 4.000 Watt haben können. 

Diese Speed-Pedelecs gelten gesetzlich bereits als Leichtkraftrad und benötigen daher ein Versicherungs-Kennzeichen. Sie dürfen nicht auf Radwegen gefahren werden und es gilt die Helmpflicht.

 

Motortypen:

Mittelmotor:

Der Mittelmotor ist mittlerweile bei den E-Bikes am verbreitetsten. Hier wird der Fahrer / die Fahrerin direkt an der Kurbel des Fahrrads unterstützt. 

 

Vorteile: 

  • Der Motor gibt über die Gangschaltung seine Kraft an das Hinterrad weiter. Es kann also situationsgerecht geschaltet und der Motor dadurch entlastet werden. 
  • Die schnelle und direkte Reaktion auf das Fahrverhalten fühlt sich am natürlichsten an. 
  • Der Mittelmotor wird im Gegensatz zu den Nabenmotoren durch die Federung des E-Bikes abgefangen. Dies ist insbesondere bei Mountainbikes von Vorteil. 

 

Nachteile:
  • Meist findet nur ein Kettenblatt Platz, wodurch nur noch hinten geschaltet werden kann. Dies ist jedoch bei modernen 1x-Schaltwerken kein Problem.

 

    Nabenmotor:

    Seltener ist der Nabenmotor, dieser ist direkt in die Nabe des Hinterrads integriert und sitzt somit im Rad selbst. Diese Bauweise findet sich vor allem bei den E-Rennrädern oder Gravelbikes.  
    Weiter wird unterschieden zwischen Getriebemotoren, welche einen Freilauf und eine Untersetzung eingebaut haben und den Direktläufern, deren Umdrehungszahl immer 1:1 der des Rades entspricht.

    Vorteile: 
    • Die Kraftübertragung wirkt beim Hinterradmotor direkt auf die Nabe und beschleunigt ohne Umwege über Kurbel, Ritzel und Kette. 
    • Motor kann recht unscheinbar versteckt werden. 
    • Mit Direktläufern ist Rekuperation (= Rückgewinnung der Bremsenergie) möglich. 

     

    Nachteile: 
    • Die maximal mögliche Unterstützungskraft (Drehmoment) ist im Vergleich mit Mittelmotoren meist geringer. 
    • Die Drehzahl kann nicht durch Hoch-/ Runterschalten in einen anderen Gang beeinflusst werden. Dadurch kann die Energie-Effizienz des Motors leiden. 
    • Meistens fühlt sich diese Methode unnatürlicher an, weil die Tretkraft des Fahrers nicht direkt an der Kurbel gemessen wird. 

     

    Bekannte Marken / Hersteller von E-Bike Motoren

    • Bosch

    Bosch gilt als der Marktführer im Bereich der Antriebe für E-Bikes. Das deutsche Unternehmen stattet zahlreiche Fahrradhersteller mit dem passenden Antriebssystem aus. Aufgrund jahrelanger Erfahrung und konstanter Weiterentwicklung stellt der Hersteller seit über 10 Jahren erstklassige E-Bike-Motoren her.

    • Shimano

    Dieser Name ist bei Radfahrer*innen auf der ganzen Welt bekannt. Der Marktführer im Segment der Schaltsysteme hat seit einigen Jahren auch Motoren für das E-Bike im Sortiment. Die verschiedenen Shimano Steps-Modelle Umfassen vom City-Motor bis zum Mountainbike-Antrieb alles, was das Herz begehrt. Außerdem bieten sie durch ihre Kompatibilität mit den Shimano Schaltsystemen flexible Lösungen für das E-Bike. 

    • Yamaha

    Schon sehr früh hat sich Yamaha für elektronische Unterstützung von Fahrrädern interessiert. Bereits 1989 wurde ein Prototyp des Power Assist Systems vorgestellt. Yamaha ist im Motorsport fest etabliert und schon sehr früh wegweisend im E-Bike-Sektor gewesen, somit steht Yamaha weltweit für Qualität in vielen Sparten. 

    • Specialized

    Der amerikanische Anbieter entwickelte zusammen mit dem Spezialisten Brose eigenen Motoren, die perfekt auf die eigenen Bikes abgestimmt sind. Sie überzeugen durch ihre hohe Robustheit, das natürliches Fahrgefühl und vor allem durch den doppelten Freilauf, dank dem sich das Rad auch ohne Elektro-Unterstützung leicht fahren lässt.

    • Mahle

    Der Automobilzulieferer aus Stuttgart ist für seine Hinterrad-Nabenantriebe bekannt. Die X20 und X35 Systeme werden vor allem bei E-Rennrädern und Gravelbikes verbaut. Dort überzeugen sie durch ihr geringes Gewicht, wenig Rollwiderstand und die elegante Optik. 

    • Sachs

    Der Sachs RS aus dem Hause ZF Micro-Mobility steht für hohe Leistung schon bei niedriger Trittfrequenz. Er bietet hohes Drehmoment von bis zu 112 Nm bei 40-60 Pedalumdrehungen pro Minute und ist daher der richtige Motor für alle, die auf der Suche nach richtig Power sind.

    • Stromer

    Die Schweizer Ingenieur*innen verstehen sich darin E-Bike mit erstklassiger Ausstattung in schlichter Eleganz zu verpacken. Spezialisiert ist diese Marke auf S-Pedelecs. Somit sollen diese E-Bikes dich nicht nur schnell und komfortabel von A nach B bringen, sondern sogar noch nach C und D. Mit Reichweiten bis zu 180 Kilometer bringt Stromer nicht nur das Design von E-Bikes auf ein neues Level, sondern auch bei den Reichweiten. 

    • Brose

    Das Berliner Unternehmen Brose ist in der Automobilbranche fest als Zulieferer für Elektromotoren bekannt. Diese langjährige Erfahrung und die Kompetenz im Umgang mit elektronischen Motoren hat Brose schließlich 2014 auch aufs E-Bike übertragen. 

    • Fazua

    Kompakte Bauweise mit außergewöhnlichem, modularem Ansatz: Der Fazua Evation ist als E-Bike Antrieb vor allem für Rennräder, Road- und Gravelbikes konzipiert. Der kleine Motor aus München liefert dennoch gute Unterstützung und beweist, dass der Elektroantrieb selbst am Sportgerät seinen Platz finden kann.